Das Heilerde-Lehmbad

Der Naturheilkundler Adolf Just (1859-1936) ist der Entdecker der Heilerde-Therapie in der Neuzeit. Pastor Emanuel Felke gilt als sein bedeutendster Schüler. Durch die Erfolge seiner Heilerdetherapie wurde Felke später auch der "Lehmpastor" genannt.

Die innerliche Anwendung von Heilerde (Luvos)

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Informationen über die Anwendung von Heilerde (Bad Sobernheimer Lehmheilerde):

Das Bad wird in Abhängigkeit von der Jahreszeit entweder in der Halle oder im Freien gerichtet. Die im Freien angelegten Bäder werden in den gewachsenen Boden eingegraben. Das Bad sollte im Sinne einer guten Erdung nach unten zur Erde offen bleiben, damit ein guter Erdkontakt gewährleistet ist. Diese Bäder sind nicht beheizt, folglich erdkühl.

Das Heilschlammhalbbad ist eine spezifische Kaltanwendung nach den Orginalvorschriften Felkes, das über die Badedauer, den Wassergehalt des Bades, die Temperatur der Erde und der Umgebung dosiert wird. Die beim Bad verwendete Heilerde wird nach Gebrauch ausgehoben und durch frische Heilerde für den nächsten Gast ersetzt. Der frische Lehm wird im Tal nahe dem Hotel gegraben, zwischengelagert und schubkarrenweise in die geleerten Bäder eingebracht. Die Erde wird mit Wasser versetzt und grob angerührt.

Im nächsten Schritt nimmt sich der Gast Lehm aus seinem Bad auf und bestreicht sich damit bis zum Bauchnabel. Mann/Frau zieht sich die "Lehmhose" an. Körperlich geschwächte Personen, die z.B. unter Hüftarthrose oder Kniegelenkarthrose leiden, graben sich nicht in den Lehm ein, sondern setzen sich auf den Rand des Bades und reiben ihren Körper mit der Heilerde ein.

Im Sitzen den Lehm auf die Beine schaufeln, Arme und Brust einreiben. Gerne auch Gesicht (als Gesichtspackung erst die letzten 10 Minuten) und Haare einreiben. Die Lehmdauer beträgt zu Anfang 15 bis 20 Minuten und kann bis zu einer Stunde ausgedehnt werden.

Die Zeit, die der "Lehmende" im Lehmbad sitzt, nutzt er, um die verbliebenen Lehmklumpen zu zerkleinern. Die Arbeit mit den Händen im kühlen Lehm stärkt die Finger- und Handmuskulatur. Der kühle Lehm nimmt den Schmerz bei rheumatischen Erkrankungen der Hände, wirkt abschwellend und heilt Entzündungen. Der badende Gast ist also beständig im Lehmbad in Bewegung.

Am Ende des Lehmbades gräbt sich der Gast langsam und bedächtig wieder aus. Die Schwere des Lehms zwingt zu langsamen Bewegungen und vermittelt dadurch Ruhe und Entspannung. Man erhebt sich langsam aus der Erde und schabt sich mit den Händen oder einem speziellen Schaber (erhältlich an der Rezeption) den gröbsten Lehm vom Körper ab. Bevor man sein Lehmbad verlässt, werden die Füße abgewaschen (Wasserschüssel).

Das Wasser ins Lehmbad schütten, damit der Lehm nicht bis zum nächsten Tag austrocknet. Mit einem Lappen den Lehmbadrand säubern und die Haltestange abreiben. (Betrifft nur das Lehmbad in der Halle - damit beim täglichen Abspritzen der Lehmstelle Ihr Lehmbadrand frei bleibt und das Bad nicht so sehr gewässert wird.)

Sofern es die Witterung erlaubt, massiert man den verbliebenen nassen Lehm in die Haut und lässt ihn von Luft und Sonne antrocknen. Der ausgetrocknete Lehm bewirkt durch seine Volumenänderung eine angenehme Spannung der Haut und Straffung des Unterhautbindegewebes. Ein wichtiger Nebeneffekt des Lehmbades ist die Behandlung der Cellulites.

Mit kreisender, massageähnlicher Bewegung wird der auf der Haut angetrocknete Lehm nun mit den Händen vom Körper abgerubbelt. Die Zeit, bis der Lehm angetrocknet ist, wird dazu benutzt das Lehmbad für den nächsten Tag zu richten. Das Lehmbad wird glatt gezogen, am Rand gesäubert und mit etwas Wasser, je nach Konsistenz und Witterung, abgedeckt, damit es nicht austrocknet.

Die restliche noch auf der Haut verbliebene Erde sollte kalt in der Felke-Sitzreibebadwanne oder bei schönem Wetter direkt im Nahefluss abgewaschen werden. Das Wasser in der Wanne wird danach gewechselt und ist für den nächsten Morgen wieder frisch. Noch ein schneller Guss mit dem kalten Schlauch und abschließend die Haut trockengeklatscht wie nach dem morgendlichen Sitzreibebad.

Viele Menschen müssen sich erst an Kaltreize gewöhnen und ziehen deshalb eine warme Dusche in der Lehmhalle zur Reinigung vor. Im Anschluss an die warme Dusche können Sie immer noch das kalte Sitzreibebad wie am Morgen genießen. Nach dem Lehmbad sollte auf jeden Fall die Haut eingeölt oder eingefettet werden (ideal: BollAnt's Traubenkernöl oder Traubenkernöl-Körperbutter mit der starken Wirkung des OPC), da der Lehm die Haut entfettet und ihr somit auch Feuchtigkeit entzieht, die zurückgeführt werden sollte.